Ausgabe 17 12/2000

FolkWorld LAG Folk News

Die lag - LANDESARBEITSGEMEINSCHAFT FOLK SCHLESWIG-HOLSTEIN E.V - gibt zweimonatlich ein Infoblatt heraus. Auszüge daraus erscheinen regelmäßig in FolkWorld
Wer mehr über die lag wissen will, oder sich über die vielen Schleswig-Holsteiner Bands informieren möchte, kann dies auf der lag homepage tun. Zusammengestellt werden die LAG Folk News von Susanne Kalweit.


uilleann piper; photo by The Mollis Piping Workshop
GNUTZ. Ein Piping Workshop findet am 13. / 14. Januar im Lokal "Zur Mühle" statt. Be-ginn ist jeweils 10 Uhr, Ende voraussichtlich 18 Uhr bzw. 13 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf acht begrenzt, aber ein weiterer Termin wäre bei Interesse möglich. Die Pipes muss jeder selbst mitbringen. Dieser erste Workshop ist hauptsächlich interessant für Anfänger oder noch nicht so weit Fortgeschrittene. Geleitet wird er von Alexander McKenzie. Alec spielt seit vielen Jahren verschiedene Dudelsäcke, außerdem Flöten, Gitarre und singt. Seit einigen Jahren spielt er in der Gruppe Schlagsaite. Am Sonnabend wird voraussichtlich eine kleine Session mit anderen Musikern stattfinden, also gern auch andere Instrumente mitbringen. Preis incl. Mahlzeiten (bodenständige Gerichte) 150 DM. Nicht im Preis enthalten sind Getränke und Unterkunft. Adressen und Preise sind unter der Anmeldeadresse erhältlich. Weitere Informationen gibt der Organisator: Volker Kaiser, Tel/Fax 04392 / 69 04 56, dew.com@t-online.de.


Spielkreis für Folkmusik
FLENSBURG. Der 'Spielkreis für Folkmusik' ist umgezogen in den Herrenstall 11, ein liebevoll restauriertes Altstadthäuschen nah am Hafen, das Domizil des Vereins Museumshafen Flensburg e.V. Auch findet er jetzt alle zwei Wochen statt, dafür aber zu günstigerer Zeit, ab 19.30 Uhr. Der nächste Termin ist der 8.1.01.
Da der Spielkreis im Augenblick ganz ohne VHS auskommt, ist er "durchgehend geöffnet" zum neu einsteigen, ausprobieren und mal reinschauen.
Die VHS plant, für nächsten Sommer den Innenhof ihres Gebäudes nahe dem Südermarkt für Konzerte auf Eintrittsbasis zur Verfügung zu stellen. Bei schlechtem Wetter, das hier oben ja auch im Sommer gelegentlich vorkommen soll, kann ins VHS-Café ausgewichen werden. Nähere Informationen über beide Projekte bei Gertraud Kriegenhofer, Tel. 04604 / 1620.


Musik im Dritten Reich und im Exil
HAMBURG. Zum Gedenken an den Jah-restag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 25. Januar 1945 veran-staltet das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Hamburg am 25.01.01 um 20 Uhr im Ernst-Cassirer-Hörsaal des Hauptgebäudes einen Vortragsabend zu 'Musik im Dritten Reich und im Exil'. Sophie Fetthauer, M.A., spricht über 'Musikverlage im Dritten Reich und im Exil', Dr. Gabriele Knapp von der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück über 'Die Geigerin Alma Rose und das Frauenorchester in Auschwitz', und Dr. Friedrich Geiger über 'Verfemte Musik. Ausgrenzung von Komponisten unter Hitler und Stalin'. Die Moderation hat Prof. Dr. Peter Petersen, Universität Hamburg.


Musikantenbörse Garding 2000
Garding. Ein Rückblick von Rainer Martens
photo by The Mollis Vom 11. 7. bis zum 22. 8. fand an jedem Donnerstag ab 19 Uhr in der Innenstadt von Garding die Musikantenbörse statt. Vom Verein "Musik für Garding e.V." eingeladen waren Musiker aus ganz Schleswig-Holstein und Hamburg, sich und ihre Musik auf den drei vorbereiteten Bühnen zu präsentieren. Ebenfalls aufgerufen über Presseberichte, Rundfunkmeldungen und direkte Ansprache waren Musikagenturen, Veranstalter aller Art, sich einzufinden und zu sichten, was sich musi-kalisch in Schleswig-Holstein tut.
Die Musikantenbörse ist eine vollkommen unkommerzielle Veranstaltung, bei der die Künstler unentgeltlich auftreten und das Publikum keinen Eintritt zahlt.
Aus den Bereichen Jazz, Folk, Country, Liedermacher, Rock, Shanty, U-Musik und E-Musik kamen die Musikanten, die sich einhellig positiv über diese Veranstaltungsreihe äußerten. "Das, was sich hier in Gar-ding abspielt, sucht seinesgleichen", bekamen die Veranstalter mehr als einmal zu hören. Viele der Musiker waren total überrascht, dass mitten in der Woche soviel Publikum erschienen war, wobei zu er-wähnen ist, dass dieses Publikum zum großen Teil aus Einheimi-schen bestand, die nicht nur das eine oder andere Mal kamen, sondern jedesmal dabei waren, um sich für die Vielfalt der Musik - teilweise - frenetisch begeistern zu lassen. Die Gruppe Never the less aus Marne - immerhin Vorgruppe von Torfrock - haben eine solche Begeisterung noch nicht erlebt. Sie wurden ganze 2 Stunden auf der Bühne "festgehalten". Die Tenöre Fritz Bliesener und Anna T. Geiß aus Trappenkamp konnten erst nach mehreren Zugaben ihren Platz verlassen.
Es zeichnet sich ab, dass mindestens die Hälfte der Gruppen im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen. Auch empfehlen die Musi-kanten anderen Musikern, sich bei der Musikantenbörse Garding anzumelden. Überwiegend sind die Musiker Amateure, wobei die eine oder andere Gruppe auf dem Sprung ins Profigeschäft ist.
Der Leiter des Vereins "Musik für Garding e.V." erhält zunehmend Anfragen von Veranstaltern, die sich für eine Gruppe oder einen Interpreten interessieren. Es werden dann natürlich die Adressen für die in Frage kommenden Musikanten weitergegeben und oftmals kommt ein Engagement zustande.
Der Gardinger Musikverein hat die Absicht, nicht nur die Musikanten-börse durchzuführen, sondern auch im Herbst/Winter/Frühjahr Musi-kanten für die Gardinger Veranstaltungsorte - überwiegend Gaststät-ten - zu engagieren. Berücksichtigt werden natürlich zuerst die Grup-pen oder Solisten, die sich auf der Musikantenbörse präsentiert ha-ben. Für dieses Vorhaben ist es notwendig, Geld in die Vereinskasse zu bekommen, was durch Mitgliedsbeiträge erreicht wird. Erhofft wird ein stetiger Mitgliederzuwachs, so dass der Verein irgendwann in der Lage sein sollte, des öfteren auch einmal eine Gage zu zahlen, die eine gewisse Größenordnung normal überschreitet.
Auch Gardinger Sponsoren konnten für die Musikantenbörse und zukünftige Veranstaltungen bereits gewonnen werden, ohne deren Unterstützung manches nicht so einfach möglich wäre. Den Anwohnern der Innenstadt von Garding ist besonders zu danken, dass sie es tolerieren, wenn es denn auch mal etwas lauter geworden ist.
Wer Fragen zum Verein oder speziell zur Musikantenbörse Garding 2001 hat, möge sich bitte in Verbindung setzen mit Rainer Martens, Osterstr. 22, 25836 Garding, Tel. 04862 / 8550, Fax 17458. Auch auf der Internet-Seite sind Informationen zu bekommen.


Resolution
photo by The Mollis RENDSBURG. Am 25. November hat der Landesmusikrat Schleswig-Holstein e.V. (LMR) in Rendsburg auf Antrag von Manfred Kerl folgende Resolution verabschiedet:
"Ein in der jüngeren Vergangenheit Deutschlands nie dagewesenes Ausmaß an rechtsextremistischer und fremdenfeindlicher Gewalt hat in unserer Gesellschaft tiefe Betroffenheit und Verunsicherungen ausgelöst. Es ist heute nicht mehr zu übersehen, dass jene Erscheinungsformen menschen-verachtenden Gedankengutes auch ein Problem der gesellschaftlichen Mitte darstellen.
Amtliche Erkenntnisse weisen daraufhin, dass es unter den in rassistischer und volks-verhetzender Weise Tätigen ein enges Netzwerk gibt; die Musik bildet eine große Klammer der rechtsextremistischen Szene. Rechtsextreme Rockbands und Liederma-cher agitieren, moti-vieren und mobilisieren ihre Anhänger und potentielle Mitläufer in erschreckender Weise. Dieses nehmen der LMR SH und seine Mitgliedsverbände mit großer Besorgnis zur Kenntnis, erinnert dieses Phänomen doch daran, dass in der deutschen Geschichte Musik zu politischen Zwecken mit katastro-phalen Wirkungen missbraucht wurde.
Die Gemeinschaft der Mitglieder des LMR distanziert sich nachdrücklich von fremden-feindlichen und menschenverachtenden Be-stre-bungen und beklagt den Missbrauch von Musik. Gerade in der Musik liegt großer Reiz, Neues, insbesondere aus anderen Kulturen, kennen und schätzen zu lernen. Zudem ist Musik ein Medium, das Verstän-digung über Kulturgrenzen hinweg ermög-licht und Interesse für Fremdes weckt. Sie verbindet Menschen unterschiedlichster Herkunft und Persönlichkeit und stellt ein mächtiges integratives Instrument dar.
Der LMR und seine Mitglieder machen deutlich, welcher Reichtum und welche Vielfalt durch die verschiedensten Ursprünge der Musik bestehen. So ist beispielsweise klassische Musik ein Ergebnis internationa-ler Entwicklungen. Moderne Stile wie Rock, Pop, HipHop, Techno u.a. sind derart multi-kulturell, dass sie verschiedenste Ursprünge integrieren und weltweite Verbreitung gefun-den haben. Auch Jazz und Gospelmusik als Musikarten mit spezifischer Entwicklungsge-schichte sind ein wichtiger Teil unserer Kultur geworden.
Der LMR initiiert und fördert die Zusammenarbeit von deutschen MusikerInnen mit denen anderer Kulturkreise bzw. ihren Organisationen. Er ruft MusikerInnen und Gruppen auf, gemeinsame Veranstaltungen zu organisieren. Er fordert hier ansässige ausländische Musikschaffende auf, sich auch organisatorisch an der schleswig-holsteinischen Kulturlandschaft zu beteiligen.
Der LMR als Organisation der Musikschaffenden und -ausübenden in Schleswig-Holstein stellt den Wert und die Bedeutung der Musik als verbindendes Medium für eine offene, integrierende und soziale Gesellschaft heraus."


Förderpreis
LÖPTIN. Zum zweiten Mal schreibt die LAG Jugendmusik ihren Förderpreis aus. Er richtet sich an SolistInnen und Bands unter 28 Jahren. Bei Gruppen über 10 Personen muss mindestens die Hälfte unter 28 Jahren sein. Die BewerberInnen präsentieren sich in gewohnter Umgebung bei einem von ihnen frei gewählten und selbst ausgerichteten Auftritt. Bewertet wird - nach festgelegten Kriterien - der Gesamteindruck.
Letzter Tag für die Bewerbung um den mit insgesamt DM 3.000 dotierten Förderpreis ist der 15. September 2001. An Zeit zur Vorbereitung mangelt es also nicht. Weitere Infos und Anmeldebögen sind erhältlich bei LAG-Geschäftsführer Helmut Prestien, Grenzweg 8, 24119 Kronshagen, Tel. 0431 / 54 98 00, Fax 54 96 44, eMail Prestien@t-online.de. Auch auf der Internet-Seite der LAG kann man nachsehen!


Schule braucht Musik
FLENSBURG. 'Schule braucht Musik' ist eine Aktion des Landesmusikrates und der Kultusministerin des Landes Schleswig-Hol-stein. Das Konzept haben Susanne Aschen-brandt und Jörg-Rüdiger Geschke erarbeitet. Geplant sind zunächst fünf Werkstattkonzerte, in denen Musikschaffende aus unterschiedlichen Genres SchülerInnen verschiedener Schultypen eine Begeg-nung mit 'handgemachter' Musik ermöglichen. LAG-Mitglie-dern ist das Thema vertraut, da es innerhalb der LAG immer wieder Initiativen gab, Folk stärker in die Schule zu tragen. Ohne breitere Organisation im Rücken blieben diese Ansätze jedoch immer kurzlebig. Es ist zu hoffen, dass die Unterstützung von Landesregierung und Landesmusikrat sie kräftigt. Wer sich beteiligen möchte oder sonst gute Ideen hat, kann sich bei Susanne Aschenbrandt (Tel. 0461 / 141 51 11) oder Jörg Geschke (Tel. 04541 / 8 27 85, e-Mail) melden.

Photo Credit: All photos by the Mollis

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© The Mollis - Editors of FolkWorld; Published 12/2000

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