FolkWorld #64 11/2017

CD & DVD Rezensionen

Dream Catcher "Vagabonds"
Jazzhaus Records, 2017

Artist Video

www.dreamcatcher.lu

Diese sechs Herren aus Luxemburg spielen auf Vagabonds eine vielseitige Folkrock- Mischung. Meine Favoriten sind die drei französischen Lieder, die meiner Meinung nach am besten zu der Band passen. Der Schwerpunkt des Albums sind allerdings englische Lieder, die durchaus auch attraktiv sind und oft Richtung entweder Folkpop oder Celtic FunFolk gehen. Dazu kommt noch ein Lied auf Luxemburgisch, und, gut versteckt, eine deutsche Hommage an die Stadt Suhl. Bei den meisten Nummern fallen gerade auch die geschmackvolle Arrangements mit Akkordeon und Geige auf, vor Gitarren, Banjo, Piano und Schlagzeug. Die Lieder sind, bis auf zwei traditionellen Titeln, von Sänger John Rech geschrieben. Insgesamt ein gelungenes Werk.
© Michael Moll


Johan Meijer "Dazumal"
Eigenverlag 2017

www.nederossi.com

Dieses Album präsentiert Liedern aus Deutschland und anderen Ländern weitgehend in Mittel-und Osteuropa, deren Texte zumeist ins Deutsche übertragen sind. Im Stil liegen die Lieder zwischen deutschem Chanson, Cabaret und Folk, zumeist ansprechend folkig arrangiert giert, mit u.a. Gitarren, Flügel, Akkordeon und Schlagzeug. Die Texte der ersten paar Lieder sind schon recht depressiv; da braucht's schon den überschwänglich positiven "Strahlend schönen Tag", um den Hörer aufzuheitern. Lieder aus Bosnien, Ungarn (eines davon in der originalen ungarischen Version), oder Polen, von Wenzel, Gundermann und Brel, insgesamt sind es ganze 17. Ein hervorragendes, wenngleich nicht immer aufmunterndes Album deutschen Liedes.
© Michael Moll


Rumi Hatt/Alexander Sennhauser/Matthias Lincke/Simone Anderswert "Yule"
Eigenverlag, 2016

www.rumishatt.ch
www.matthiaslincke.ch
www.linckehatt.ch

FolkWorld Xmas

Aufgenommen in Konzerten in zwei Kirchen feiert Yule Weihnachtstraditionen aus Schottland, Skandinavien, Nordamerika und aus dem Heimatland der Musiker, der Schweiz. Mit Schwerpunkt auf Instrumentalstücken zeigen sich die vier Musiker vielseitig, mit gelungenen Interpretationen der Musik aus diesen verschiedenen Ländern. Auf zwei Geigen, einer Gitarre und Piano oder Orgel wird ein lebendiger Klang erzeugt, der durch die Kirchenakustik noch voller klingt. Die fünf Lieder sind alle in englischer Sprache - traditionelle Carols, ein Gospellied sowie Steve Earle's "Nothing but a child". Die Liveaufzeichnung ist von guter Qualität, und die Kirchenakustik gibt dem Album noch extra Reiz, auch wenn ich finde, dass der Applaus am Ende jeder Nummer die Harmonie des Albums stört - vor allem da der Applaus ziemlich laut eingemischt ist. Dennoch ein sehr schönes Album, dass auch im spätsommerlichen September, in dem ich diese Worte schreibe, angenehm und passend klingt.
© Michael Moll


Kelpie "Schneetreiben"
Westpark, 2017

FolkWorld Xmas

Artist Video

Artist Video

www.kelpie.band

Kelpie gibt es schon ein Jahr länger als FolkWorld (ganze 21 Jahre), und in Folkkreisen ist weit bekannt, dass Kelpie für keltisch-nordische Folkmusik steht, die von der norwegisch-deutschen Sängerin Kerstin Blodig und dem Schotten Ian Melrose gespielt wird.
Doch „Schneetreiben“ ist anders als bisherige Alben - präsentiert es doch deutschsprachige Lieder, rund um die Weihnachtszeit. Darunter finden sich Weihnachtsklassiker, wie „Stille Nacht“ (als Instrumentalversion), „Es kommt ein Schiff gefahren“ oder „Es ist ein Ros entsprungen“ – auch wenn Kelpie den Originalen dieser Lieder treu geblieben sind, sind sie doch geschmackvoll auf typische Kelpie-Art arrangiert, so dass sie denn gleichzeitig auch keltisch klingen. Außerdem gibt es auch Vertonungen von Gedichten, neue Lieder vom Duo, und eine deutsche Version des englischen Klassikers über die Waffenruhe von Weihnachten 1914. Dazwischen gibt es, eher als kleine Kanapees, kurze experimentelle Spielereien um „Oh Tannenbaum“. Ein schönes Album, dass gleichzeitig nach traditioneller deutscher Weihnacht klingt und keltisch-nordische Emotionen hervorruft.
© Michael Moll


Celarda "Sand"
Eigenverlag, 2017

www.celarda.de

Celarda ist ein Trio aus Jena, das ihren eigenen Musikstil prägt, der keltische (schottische, bretonische und irische) Einfl&uumk;sse verschmelzt mit anderen europäischen und orientalischen Einflüssen, und dabei einen Klang erzeugt, der irgendwo zwischen keltischem Folk und Alter Musik sitzt. Viele der Stücke auf dem Album wurden von Trio-Mitgliedern komponiert; eine Kombination aus Instrumentalstücken und Liedern in deutscher und englischer Sprache. Instrumental haben die drei auch einiges an Vielfalt zu bieten: Marco Schmidt spielt Gitarre, Bouzouki, Akkordeon, Langspil und Bodhran, Katharine Liborius spielt Geige, Whistles und Duduk, und Lisa Erberhardt Cello und Metallophon – und alle drei singen auch noch. Zusächlich sind auf dem Album auch noch Gastmusiker an Harfe, Horn und Perkussion zu hören.
© Michael Moll


Die Wandervögel "Schenket ein" [EP]
Eigenverlag, 2015

www.diewandervoegel.at

Das Wiener Trio Die Wandervögel sind die drei Sänger und Musiker Bryan Benner (Gitarre, Mandoline), David Stellner (Gitarre) und Raphael Widmann (Violine). Sie lassen alte österreichische, deutsche und jiddische Volkslieder wiederaufleben.
Das rhythmische „Papst und Sultan“ eröffnet den musikalischen Reigen mit einem schwungvollen Tanz. Erich Schmeckenbechers balladenhaftes Lied „Fordre niemand, mein Schicksal zu hören“ wird virtuos gecovert und Mandoline, Gitarre und Violine begleiten das traditionell jiddische „Di grine Kusine“. Wie es begann endet es auch mit einem rhythmischen Tanz, „Die Bauern von St. Pölten“ wird allerdings mit Irischen Folkklängen bereichert.
Toller mehrstimmiger Gesang und virtuose musikalische Begleitung zeichnen Die Wandervögel aus, die Lieder werden nicht nur traditionell vertont, sondern erhalten den Stempel der Wandervögel.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Falk "Skizzen"
Ahuga!, 2016

www.liedermacherfalk.de

Der Liedermacher Falk Plücker (Gesang, 1. Gitarre) hat für sein viertes Album 16 neue Songs aufgenommen. Neben Daniela Dieterich (Violine, 2. Stimme, Streicherarrangements) hat er Andreas Kipp (Cello), Malte Quarz (Bass), Sebastian Franzen (Piano, Vibraphon, 2. Gitarre, Streicherarrangements), Simon Eickhoff (2. Gitarre, Glockenspiel, Sansula), Steff Bollack (Schlagzeug), Christian Zorban (Saxophon), Joe Weineck (Tuba) und einige Gäste ins Studio eingeladen.
Falk verzweifelt ob seiner Frau, der „Psychologin“, die ihn in den Wahnsinn treibt, ein sarkastischer Song mit tollem Saxophon Sound und lebendigem Rhythmus. Co-Produzenten Götz Widmann und Markus Sommer, Malte Quarz und Andreas Kipp sind der Männerchor vom „Männerclub“, der zum flotten 2/4 Takt und dem Klang der Tuba den Refrain singt. William Wormser spielt die 2. Gitarre beim cool relaxten „Party“ und Bass, Gitarre, Streicher und Vibraphon begleiten Falks melancholischen Blick in den „Spiegel“. „Schrecklich und gemein“ ist ein rockiger Song mit Anton Brüschweiler an der Gitarre über die Sensationslust der allgemein verpönten Gaffer und die Streicher und das Piano verzaubern Falks blauäugige Liebeserklärung „Unendlich verliebt“.
Falk hat eine großartige Sammlung von Liedern aufgenommen, kluge Texte ansprechend arrangiert und begleitet von begabten Musikern.
© Adolf „gorhand“ Goriup


La Manouche "Ay, Chavale!"
Merusa Records, 2012

www.lamanouche.nl

La Manouche ist das holländische Duo Mouché Palts (Gesang, Rhythmusgitarre) und Manito (Sologitarre, Laud, Mandola, Mandoline, Tsouras, Bandurria). Gemeinsam mit einer Reihe hervorragender Musik haben sie zehn traditionelle und gecoverte Roma Songs sowie einen Originalsong von Mouché aufgenommen.
Die beiden beginnen mit dem traditionellen rhythmischen Roma Lied „Opa tsupa“, Manito spielt Mandola und Laute, Janusch Hallema Kontrabass und Mouché begeistert mit tollem Gesang. Constantijn van der Heijden am Kontrabass, Roy Kuschel an der Flöte, Radek Stawarz an der Violine und Manito an der Tsouras (türkisches Bouzouki ähnliches Saiteninstrument) begleiten Mouché bei „Ah mi vilo“ von der bulgarischen Sängerin Sofi Marinova, Henk Wanders und Kuschel sorgen für den coolen Perkussionsrhythmus. Der serbische Roma Sänger Saban Bajramovic schrieb „Sila kale bal“, Mouché singt die melancholische Ballade angetrieben von Wanders und begleitet von Manito an der Bandurria (spanische Kurzhalslaute), Van der Heijden am Kontrabass und Tessa Zoutendijk an der Bratsche. Der traditionelle Evergreen „Shloimele“ begeistert mit einem großartigen Arrangement, Mouchés brillanter Gesang, Manito an der Mandoline, Roelof Posthumus an der Klarinette und Hallema am Kontrabass. Das Album endet mit Mouchés „Schuker romni“, ein mitreißend rhythmischer Song mit zwei Gitarren, Kontrabass, Violine und Perkussion.
Das zweite Album von La Manouche ist voller atemberaubender Musik der Roma, sie geht sowohl in die Beine wie sie auch die Seele berührt.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Rosy Daze "Be longing"
Songs & Whispers, 2015

www.rosydaze.de

Silke (Gesang, Piano, Gitarre) und Marc Gutzeit (Gesang, Bass, Gitarre) sind das Duo Rosy Daze aus Bremen. Nach ihrer EP The minute you met (2010), die sie nur zu zweit aufgenommen haben, folgt nun ihr Debütalbum mit elf Originalsongs und einer Coverversion, begleitet von Enno Legien (Gitarren), Martin Denzin (Drums), und Gastmusikern an Keyboards, Mandoline, Banjo und Violine.
Marc schrieb den Text zu Silkes dramatisch rockig poppigem Song „Tearing the sails“, Gitarren, Bass, Drums und Fabian Teichmann an den Keyboards begleiten Silkes wunderschönen Gesang. Silke schrieb die romantische Ballade „Bright star“, bei dem Legian die Keyboards spielt, und Julia Molnàr eröffnet mit der Violine Marcs „Home before the storm“, ein atemberaubender Song im schrägen Rhythmus. Jörn Schlüter gastiert beim rhythmischen Twostepp „Canaan“ an der Mandoline und erzeugt mit dem Banjo einen schleppenden ¾ Takt bei „Salomon’s song“. Mein absoluter Lieblingssong ist allerdings „Drop me down into the water (A. Edwards/M. Lynch), bluesiger Gospel leidenschaftlich gesungen und von Piano, Orgel, Gitarre, Bass und Drums rockig begleitet.
Ein vielversprechendes Debüt des norddeutschen Duos und Ehepaars, tolle Songs gefühlvoll gesungen und arrangiert.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Dirty Old Town "Beauty and truth"
Celebration Records, 2015

www.dirtyoldtownmusic.com

Dirty Old Town ist der Singer/Songwriter Morten Christensen und seine Freunde und Mitmusiker Peter Mathiasen, Svend-Allan Sörensen, Nicki Refstrup Bladt und Kasper Mandrup.
Christensen hat eine einschmeichelnde Tenorstimme und singt melancholische Country Balladen wie „Deep dark and endlessly“, romantische Walzer wie „In a park in Paris“ oder dramatische Pianoballaden wie „If only I could see“. So geht das Ganze im gemächlichem Rhythmus mit fast schon weinerlichem Gesang weiter und endet nach etwas mehr als 30 Minuten bezeichnenderweise mit „One tear“.
Das Album trieft nur so vor Herzschmerz, was von Christensens Tenorstimme noch verstärkt wird, nichts nach meinem Gusto.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Venija "Venija"
Stadtstreicher Records, 2015

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Die deutsche Liedermacherin Venija (Gesang, Gitarre) hat ihr Debütalbum gemeinsam mit einer Reihe von Gästen in Hamburg und Köln aufgenommen, neun Eigenkompositionen und ein Cover.
Venija singt das rhythmische „Old monsters“ in englischer Sprache, Anna singt die zweite Stimme, Thilo am Bass, Cori an der Ukulele und Jonas am Cajon sorgen für die musikalische Begleitung. Frauke singt die zweite Stimme bei „Zamba para olvidarte“, ein melancholisches Liebeslied von Julio Fontana und Daniel Torro, und den Text zu „Viajar“ hat Venija frei nach Gabriel Gamar geschrieben. Neben englischen und spanischen Songs gibt’s natürlich auch deutsche Lieder. Kristina spielt bei „Räuberdance“ das Akkordeon und Dimi an der Geige und Hilde an der Gitarre begleiten sie bei „Leichtfuß“. „La belle clochardeuse“ trägt Venija solo mit Gitarrenbegleitung vor und wechselt von Französisch zu Deutsch, Englisch und Spanisch.
Poesie ist meine Leib- und Magenspeise schreibt Venija auf das Booklet und das ist auch ihre Stärke, musikalisch ist das Album eher schwach.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Veronica Fusaro "Lost in thought"
Eigenverlag, 2017

www.veronicafusaro.com

Die 20-jährige Sängerin Veronica Fusaro wurde im Mai 2016 vom Schweizer Radiosender SRF3 zum Best Talent des Monats gewählt. Mit Live Auftritten im Radiostudio, unter anderen eine großartige das Original an Musikalität weit übertreffende Coverversion von Drakes „Hotline Bling“, einem Auftritt auf dem Berner Gurten Festival und ihrem ersten Silberling startet die junge Thunerin durch.
Im Rahmen eines Auftritts im Bierhübeli, wo Veronica allein auf der Bühne stand und mit ihrer kraftvollen Stimme, Gitarre und Beat-Boxing begeisterte, habe ich die EP mit fünf Songs erstanden. Veronica produziert die Songs im Keller ihrer Eltern, sie spielt Playbacks ein, die sie auf der Bühne begleiten, dabei wechselt sie ab und spielt abwechselnd Live Gitarre und wird rhythmisch vom Playback begleitet oder sie spielt den Gitarren Sound ab Playback und boxt Live den Beat ins Mikro. Omnipräsent ist ihre tolle Stimme, mit der sie Live das traditionelle „Wayfaring stranger“ dank Playback als mehrstimmigen Gospel präsentierte.
Doch zurück zur EP: „Come to naught“ (V. Fusaro/Lisa Mark) eröffnet den musikalischen Reigen mit einem dunkelschönen elektronischen Klangteppich, auf dem ihre Stimme Kapriolen schlägt. Veronicas Gesang ist rhythmisch, bluesig, betörend, sie rappt, singt und begeistert mit ihrer facettenreichen Stimme. Die musikalische Begleitung ist minimalistisch, sie benützt Pausen als rhythmisches Element und erzeugt so einen unwiderstehlichen Effekt. „Dragon“ ist ein Mix aus mächtig elektronischen Klängen, rockigem Rhythmus und kraftvollem Gesang und „Let em talk“ begeistert mit rhythmischem Sprechgesang zu mitreißendem Beat.
Für mich ist Veronica Fusaro eines der vielversprechendsten Talente der Schweizer Pop Szene, an Originalität kaum zu überbieten schreibt und singt Veronica innovative Songs und etabliert sich als eigenständige Künstlerin, die aus der Masse der Popsternchen hell hervorstrahlt.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Bittenbinder "Da sind wir"
Millaphon Records, 2017

Artist Video

www.bittenbinder-music.de

Veronika Bittenbinder (Gesang, Kompositionen) ist Kopf der Münchner Funk und Soul Band und hat für ihr Debütalbum elf Originalsongs geschrieben, die sie mit ihrer Band, bestehend aus René Haderer am Bass, Marius Lazar an den Drums, den Gitarristen Johannes Emminger und Baffour Nkrumah, Tobias Kern am Saxophon, Julius Braun an der Trompete und der Chorsängerin Lidwine Reustle, aufgenommen hat.
Der Titelsong ist ein mitreißender Soul mit Drums, Bass, den mächtigen Hörnern, Emmenegger an der Gitarre und dem tollen Gesang von Veronika und Lidwine. Die Hörner drücken sowohl der Single Auskoppelung „Uns geht’s gut“, ein funkig rockiger Soul, wie auch dem jazzigen Blues „Du bist so stark“ ihren Stempel auf. Die Pianoballade „Freiheit“ ist ein starkes Statement gebettet auf einem wunderschönen Klangteppich von Piano, Bass und Drums. „Dort wo die Sonne niemals scheint“ ist ein Meisterwerk an humoristischem Feminismus, begleitet vom coolen Reggae Pace und Co-Produzent Dscharli Braun an der Gitarre inklusive Rap Finale. Veronika rockt bei „Bring mich heim“ zur funkigen Begleitung der Band und dem atemberaubenden Power Solo von Nkrumah und bezaubert bei „Unsere Reise“ mit einem wunderschönen Duett mit Lidwine, gebettet auf Haderers gefühlvollem Bassspiel.
Veronika ist eine tolle Songschreiberin und großartige Sängerin, sie singt, rappt und rockt und wird von ihrer hervorragenden Band virtuos begleitet. Auf der Webseite gibt’s was für Augen und Ohren.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Taraf de Berne "Elvetia"
Narrenschiff, 2017

www.tarafdeberne.ch

Das Wort Taraf kommt aus dem Rumänischen und bedeutet traditionelle Musikgruppe und die vier Musiker von Taraf de Berne, Larsen Genovese an der Violine, Theo Känzig an der Gitarre, Urs Nydegger am Akkordeon und Valentin von Fischer am Kontrabass, beschäftigen sich auch in erster Linie mit traditioneller Musik aus Rumänien und Moldawien.
Violine und Gitarre leiten die „Moldavian Suite“ mit einer melancholischen Weise ein, Känzig beschleunigt den Pace mit seiner Selmer/Maccaferri Gitarre, die vor allem im Gypsy Swing verwendet wird, Akkordeon und Kontrabass steigen ein und dann zeigen die vier während fast 10 Minuten was sie können. Die darauffolgende „Romanian Suite“ ist ähnlich gestrickt, der Rhythmus aber etwas moderater. „Turceasca“ ist ein rhythmisches Stück von Taraf de Haidouks und der rumänische Akkordeonspieler Vasile Pandelescu schrieb das swingende „Silviana“. Weitere traditionelle Stücke sind die rasante „Suite tzigane“ oder „Hora martisorului“, ein toller Gypsy Swing.
Die vier Musiker kommen aus verschiedenen Stilrichtungen (Klassik, Jazz, schweizerische Volksmusik) und lassen ihre musikalischen Wurzeln einfließen, ein Leckerbissen für Freunde des Genres.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Von Weiden "Ruf der Provinz"
Kursaal Records, 2017

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www.vonweiden.com

Nachdem Henning Kreft (Gesang, Akkordeon, Gitarren, Lap Steel, Keyboards) unter dem Bandnamen Crystal Pasture Habicht und Holunder[47] veröffentlicht hat, hat sein Ensemble den Namen gewechselt und 14 neue Songs aufgenommen. Das Line-up besteht aus Henning, Sängerin Greta Schwekendiek, Schlagzeug, Gitarre, Bass, Geige, Klarinette, drei Posaunen und zwei Trompeten.
Greta singt mit glasklarer Stimme „Hügelland“, treibend rockiger Rhythmus und kraftvoller Refrain werden von stillen Trompeten- oder Gitarrenpassagen unterbrochen, und Henning singt „Die letzten dieser Art“, eine interessante Mischung aus Rock, Ska und Polka. Im Walzertakt geben Greta und Paula Südhaus ein tolles Duett begleitet von Akkordeon, Geige, Klarinette und mächtigen Hörnern, „Der letzte Marsch“. Drums und Bläser leiten das Duett von Greta und Henning ein, rockige Passagen wechseln mit jazzigen und balladenhaften ab, „Verbotene Früchte“. Greta beweist ihre Vielfältigkeit mit Sprechgesang beim Reggae/Ska Mix „Provinz“, oder rockt mit bluesigem Timbre bei „Sieben Sachen“.
Henning Kraft hat abwechslungsreiche Songs geschrieben und seine hervorragenden Musiker setzten dem Album ein Sahnehäubchen drauf.
© Adolf „gorhand“ Goriup


The Mavericks "Brand new day"
Mono Mundo Recordings, 2017

www.themavericksband.com

The Mavericks sind eine Unterhaltungsband aus Miami, die ihre Schlager mit neotraditionellen Country und Rockabilly Einflüssen aufpeppt. Für ihr aktuelles Album haben sie 10 neue Songs aufgenommen.
Es beginnt mit dem rhythmischen „Rolling along“, Tex-Mex-Klänge begleiten einen up-Beat Two-Stepp. Es folgen der hymnische Titelsong mit Glockentönen und dem unausweichlichen Frauenchor, ein langsamer „Goodnight waltz“ mit Saxophon und Piano, bei dem der Schmalz trieft, oder der klassische Bauchreiber „I will be yours“. Bei „Ride with me“ schwingt man die Beine zum Rock’n’Roll, nicht zu schnell damit alle mitkommen und es endet wie es begonnen hat mit Tex-Mexx Sound, „For the ages“.
The Mavericks sind eine Band, die man bei einer Firmenveranstaltung oder bei einem Volksfest erwartet, sie spielen abwechslungsreiche Tanzmusik perfekt vorgetragen und knallen dir einen Ohrwurm nach den anderen um die Ohren.
© Adolf „gorhand“ Goriup


A Daneem "Gschichten aus dem Hinterland"
Focus, 2017

www.adaneem.de

2013 haben Dietmar „Dietz“ Forisch (Gesang, Gitarren, Banjo Ukulele), Pit Holzapfel (Gitarre, Posaune, Trompete, Perkussion, Gesang) und Peter Müller (Gitarre, Banjo Ukulele, Guitarron, Perkussion) das Akustikprojekt von Schee Daneem mit einem tollen Debütalbum lanciert.[53] Auf ihrem neuen Album erhalten die drei Oberbayern Unterstützung von Juli Mudra (Querflöte, Tenorsaxophon, Bassklarinette, Gesang, Perkussion).
Neben seinen vier Eigenkompositionen hat Forisch auch einen Text von Jochen Artls und zwei von Felix Hoerburger vertont, dazu kommen seine bayrischen Texte zu traditionellen und zeitgemäßen Stücken und Songs. Juli singt ein tolles Duett mit Forisch beim Jazzklassiker Comes love (L. Brown/C. Tobias/Sam H. Sept), „kimmd de liebe“ wird vom Guitarron, ein mexikanischer sechssaitiger Bass, zwei Gitarren und dem Banjo Ukulele begleitet. Bei „hinterland“ singt Forisch den Blues und Gitarre und Banjo Ukulele spielen ein virtuoses Duett. Holzapfel hat traditionelle Lieder zu außergewöhnlichen Weltmusik Stücken verarbeitet, „oima cubana“ besticht mit Vokal- und Saitenartistik während bei „oima d’new orleans“ die Blasinstrumente und das Banjo Ukulele erklingen. Neil Youngs Motorcycle Mama wird zur „helikopter-mama“, ein unwiderstehlich rhythmisches Cover mit einem tollen Saxophonsolo von Juli. Dann spielen die Jungs „graffeloch“, ein Blues den Forisch schon mit Schee Daneem aufgenommen hat, Querflöte und Gitarre duellieren zum großartigen Duett von Juli und Forisch. Boogie-Woogie auf Bayrisch gibt’s beim traditionellen „diddie wa diddie“ zu hören: Trompete, Banjo Ukulele, Posaune, Bassklarinette und die beiden so kontrastreichen und doch harmonisierenden Stimmen machen richtig Stimmung. Zum 100. Geburtstag von Hoerburger gibt es drei Texte von ihm als Bonustracks, zwei hat Forisch vertont und Arthur Dittlmann das bluesige „schpekulier“.
Lange mussten die Fans warten, aber mit diesem Album haben die vier Bayern wieder ein Meisterwerk geschaffen.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Clonmac Noise "Ordinary Pub Crawl"
Prosodia, 2017

www.clonmac-noise.de

Clonmac Noise sind Dan MacGabhann (Vocals, Guitar, Bodhràn, Bouzouki), Sean O’Pete (Irish Tenor Banjo, Guitar), Johnny O’Pete (Tin Whistle, Low Whistle, Bass, Bass Drum), Tim Galbraith (Accordeon, Cajon, Drums) und Malt Whisky (Fiddle, Bass). Für ihr zweites Album haben die Jungs in Wolfsburg 13 Songs und Tunes, eigene und traditionelle, aufgenommen.
Von Beginn an geben die fünf richtig Gas, ob bei Eigenkompositionen wie dem up-Beat Polka Song „Dancing Molly“ und dem „Ballyfin Polkas Set“ oder bei traditionellen Songs wie „The rattlin‘ bog“ und „Highland Paddy“, der Pace variiert, der Rhythmus lädt zur Polka ein. Ein weiterer Originalsong ist mein Lieblingsstück, „Widerror“ beginnt mit kehligem Gesang und Fiddle, steigert den Pace zu einem tollen rockigen Folksong in voller Besetzung. Ein weiterer Höhepunkt ist der Klassiker „Raggle Taggle Gypsy“, musikalisch virtuos mit viel Dramatik vorgetragen. Eine kurze Pause gibt’s dann beim Schunkellied „Black Velvet Band“.
Eine Live-Show muss toll sein, Clonmac Noise machen richtig Dampf, im Wohnzimmer ist mir das Ganze etwas zu Speed betont und Polka lastig.
© Adolf „gorhand“ Goriup



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